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10 TIPPS FÜR DEINE SELFPRACTICE

Du nimmst dir immer wieder vor, auch mal zu Hause Yoga zu üben, doch jedes Mal wenn es soweit ist, hat dein Schweinehund die Matte schon besetzt? Von Anfang an lernen wir, die Ashtanga Serien aus der Erinnerung im eigenen Tempo zu üben. Das macht uns unabhängig, schult die Wahrnehmung und stärkt die Verbindung zu unserer inneren Stimme. Trotzdem tun sich viele schwer damit, sich auch mal außerhalb der Yogaschule auf die Matte zu begeben. Dabei geht hier das Abenteuer erst richtig los.

 

Die Selfpractice ist die Königsdisziplin des Ashtanga Yoga. Parallel zum Üben in der Yogaschule ist es ratsam, das Gelernte immer wieder auch allein zu vertiefen. Ohne beobachtende Augen, ohne Nachbarn, ohne Ablenkung. Meiner eigenen Erfahrung nach ist der Einstieg in die Selfpractice eine Chance auf die Begegnung mit dem, was Yoga im Kern bedeutet. Nicht immer eine Erfolgsgeschichte, doch jedes Mal eine neue Erfahrung. 

 

Zu Beginn kann das eine Herausforderung darstellen, denn zu Hause gibt es viele andere Dinge, die darauf warten, von uns erledigt zu werden. Es ist also wichtig, keinen Druck aufzubauen, klein anzufangen und sich nicht gleich vorzunehmen, täglich 2 Stunden am Stück zu üben. Sonst könnte unter Umständen das erste auch schon das letzte Mal gewesen sein.

 

Die richtigen Voraussetzungen für eine Selfpractice zu schaffen, ist nicht allzu schwer. Trotzdem ist es aus Erfahrung hilfreich, ein paar Dinge zu beachten. Die folgenden 10 Punkte sollen dich auf dem Weg zum eigenständigen Üben unterstützen:

01


Nimm dir Zeit

 

Stehe rechtzeitig auf, am besten eine halbe Stunde früher als nötig. Steig nicht direkt aus dem Bett auf die Matte. Nimm dir Zeit, in Ruhe wach zu werden, Kaffee zu trinken und durchs Badezimmer zu gehen. Sorge dafür, dass du ungestört bist und übe in Ruhe und ohne Eile. Für den Anfang kann es hilfreich sein, erstmal ein paar Minuten mit geschlossenen Augen in Stille zu sitzen und dann langsam in die Praxis einzusteigen. 

 

02


Schaffe dir Raum

Wähle einen Platz, an dem du dich wohl fühlst und der ausreichend Raum bietet. Idealerweise ist nichts in unmittelbarer Nähe, das dich an andere Aufgaben erinnert (Schreibtisch, Staubsauger, Wäscheständer).

Schließe eine Tür hinter dir, schalte dein Telefon auf Flugmodus und melde dich bei Partner*in, Familie oder Mitbewohner*in ab. 

 

03


Sei vorbereitet

Um morgens nicht doch dem Schweinehund zu erliegen, lege dir am Vorabend schon die Matte und deine Yogasachen bereit, damit du morgens nicht kramen musst und dein Übungsplatz dich schon erwartet. So störst du niemanden und kannst dich auf das Wesentliche konzentrieren.

 

04


Erwarte nichts

Übe, um mit dir in Verbindung zu treten, nicht um zu performen. Du möchtest nach innen horchen und kein olympisches Gold gewinnen. Stelle dir jede Einatmung als Frage vor und dein Körper wird dir mit der Ausatmung Antworten geben. Versuche, keine Erwartungen zu hegen – dann gibt es auch keine Enttäuschungen. Aber mit Sicherheit die eine oder andere Überraschung. Es ist eine Forschungsreise.

 

05


Alles ist besser als nichts

Übe nur so viel, wie es zeitlich in deinen Alltag passt. Yoga soll keinen Stress verursachen. Und die Regelmäßigkeit ist immer wichtiger als die Intensität oder Dauer. Schon ein paar Sonnengrüße – mit Fokus auf tristhāna, den Dreiklang aus Atmung, Bewegung und Blickrichtung, können eine vollwertige Praxis sein. Das Wichtige ist der stetige Anstoß, das Etablieren der neuen Gewohnheit. Egal, wie viel oder wenig du übst, du wirst es niemals bereuen.

 

 

06


Gehe in Resonanz

Schon bei den ersten Bewegungen wird dein Körper (und dein unruhiger Geist) sich melden. Schau, was sich sperrt oder öffnet und reagiere indem du dich langsamer, schneller, sanfter oder dynamischer bewegst. Richte deine Aufmerksamkeit dabei noch mehr als sonst auf ujjayi Atmung und drsti. Die äußere Form verliert so recht schnell an Bedeutung und der Fokus geht umso stärker nach innen – ins Spüren und Wahrnehmen. Nimm die innere Haltung eines Beobachters ein, der wahrnimmt, ohne zu bewerten.

 

07


Regelmäßigkeit erzeugt Gewohnheit

Wie bereits erwähnt, ist eine regelmäßige, moderate Praxis effektiver als eine gelegentliche, exzessive. Eine hohe Frequenz an Wiederholungen verankert schneller eine neue Gewohnheit. Mit ein bisschen Disziplin kann diese Gewohnheit sich dann über die Zeit in ein Bedürfnis verwandeln, gegen das der Schweinehund keine Chance mehr hat. Die Mühe wird sich also auszahlen.

 

08


Ein Date mit die selbst

Sei nicht zu hart mit dir. Diszipliniert ja, aber immer mit  Respekt, Liebe, Hingabe und Offenheit. Behandle dich selber so, als hättest du ein Date mit einer geliebten Person. Heiße dich willkommen, sei wohlwollend und aufmerksam. Respektiere deine eigenen Grenzen und übe gewaltfrei. Schaffe eine angenehme Stimmung mit indirekter Beleuchtung oder Kerzen. Sei gut zu dir.

 

09


Führe ein Tagebuch

Es kann hilfreich sein, ein kleines Yogatagebuch zu führen. Jedes Mal ein kleiner Eintrag: Wie weit hast du geübt? Wie lange? Und in welchem Zustand warst du davor und danach? Das verbessert das Gespür für kleine Veränderungen. Auch einfach nur ein Häkchen in den Kalender zu machen kann sich schon wie eine Belohnung anfühlen.

 

10


Dranbleiben

Egal, was der Schweinehund sagt: Üben, Üben, Üben. Nicht denken, machen. Mit der Zeit wirst du dich dann vielleicht darüber amüsieren, was deine Gedanken dir alles in Ohr flüstern, während du mit einem Lächeln die Matte ausrollst und beginnst, sie zum Schweigen zu bringen und den Tag zu deinem zu machen.

 




jetzt ist die gelegenheit

Im Januar, wenn ich wieder in Mysore sein werde, um mit Sharath zu üben, geben wir dir die Gelegenheit, im gewohnten Umfeld der Shala mit all den vertrauten Gesichtern mal einen weichen Start in die Selfpractice zu wagen. Zusätzlich zu den Mysore-Klassen werden Julien und Heike im Wechsel morgens den Raum aufschließen um mit gutem Beispiel voranzugehen und gemeinsam mit dir zu üben. Es ist DEIN Yoga!


Autor: Andreas Ruthemann

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